Kalender
Thälmann-Gedenken
Anlässlich des 66. Jahrestags der Ermordung Ernst Thälmanns findet vor der vor kurzem geschliffenen Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals eine Gedenk- und Protestkundgebung statt. Veranstalter: Freundeskreis Ernst-Thälmann-Gedenkstätte e.V. Weitere Infos unter www.etg-ziegenhals.de
Königs-Wusterhausen, 22.8.10, 11.30 Uhr, Wegbeschreibung siehe Webseite
Handlungsstrategien gegen NPD und Co.
Neonazis drängen in kommunale Vertretungen - was kann man dort gegen sie tun? Veranstaltung mit Mathias Wörsching, Leiter des Projekts "Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in kommunalen Gremien Berlins - Dokumentation und Analyse" vom Verein Demokratische Kultur. Veranstalter: Bündnis gegen Rechts Trier.
Trier, 26.8.10, 20 Uhr, Tuchfabrik, Wechselstr. 4
Griechische Zustände und deutsche Misere
Im Zuge der Weltwirtschaftkrise ist Griechenland in Bedrängnis geraten, "negatives Wirtschaftswachstum" und eine sich zuspitzende Staatsschuldenkrise führten beinahe zum Staatsbankrott. Mediale Hetzkampagnen gegen angeblichen "anstrengungslosen Wohlstand" "der Griechen" und hierzulande "Hartz IVler" untermalten die Krisenpropaganda des "nationale Gemüts". Derweil füllen deutsche Exportweltmeister weiter die griechischen Warenhäuser und zeigen damit, dass sich in Griechenland niemand gegen die starken Konkurrenten aus dem "Niedriglohnland BRD" durchsetzen konnte. Insofern ist Griechenland ein Verlierer des europäischen Binnenmarktes im besonderen und der weltweiten Konkurrenz im Allgemeinen. Zumindest in Griechenland haben die Betroffenen diese Angriffe mit entschlossenem Widerstand beantwortet - vom Generalstreik bis hin zur militanten Straßenaktion. Jimmy Boyle von der Jungen Linke Berlin informiert über die Staatsschuldenkrise Griechenlands. Mike Morrelli vom Antifa AK Köln zeichnet die Proteste gegen den Sozialabbau und den Aufbruch der antiautoritären Revolte in Griechenland nach. Infos unter: http://krisennationalismus.blogsport.de/30-august-griechenland/
Köln, 30.8.10, 19.30 Uhr, Autonomes Zentrum, Wiesbergstr. 44
Tatort Kurdistan
Der Krieg in Kurdistan wird international geführt und ist näher an uns dran, als viele glauben mögen. Während in der Region Kurdistan seit Jahrzehnten Widerstand geleistet wird, ziehen deutsche Unternehmen und die Regierung in Form von Rüstungsexporten oder der Finanzierung und dem Bau von Staudämmen nahezu unbehelligt ihre Profite aus diesem Krieg. Die Bundesregierung arbeitet freudig mit der türkischen Regierung zusammen, wenn es um Auslieferungsanträge oder Rückführungsabkommen kurdischer Flüchtlinge geht. Solche Machenschaften müssen dort, wo sie zutage treten, genauso wie dort, wo sie entstehen, beleuchtet werden, müssen aufgezeigt, kritisiert und verhindert werden. Die Kampagne TATORT Kurdistan hat zum Ziel, die Verantwortung und die Rolle deutscher Unternehmen und der Bundesregierung an geeigneten Orten sichtbar zu machen. Am 1. September, zum Weltfriedenstag, gibt es einen bundesweiten Aktionstag zum Thema. Genaue Termine und Orte des Aktionstags sowie Hintergrundinformationen unter http://tatort-kurdistan.blog.de/
Bundesweit, 1.9.10, genaue Orte und Zeiten siehe Webseite
Empire St. Pauli
Bei Einbruch der Dunkelheit wird im Park Fiction der Film "Empire St. Pauli - Von Perlenketten und Platzverweisen" der Regisseure Irene Bude und Olaf Sobczak (D 2009, 90 min.) gezeigt. Siehe www.empire-stpauli.de. Eintritt: Spende von zwei bis vier Euro.
Hamburg, 2.9.10, ab Dunkelheit, Park Fiction an der Bernhard-Nocht-Strasse
Betriebsbesetzung
Arbeiterwiderstand gegen die Pläne des Kapitals. Der Referent Rainer Thomann, Gewerkschaftsaktivist aus der Schweiz, hat ein wieder auflebendes Phänomen im Arbeitskampf untersucht: die Betriebsbesetzung. Veranstalter: FAU-Hannover. Infos: www.fau.org/hannover
Hannover, 2.9.10, 19.30 Uhr, FZH Linden, Raum 5, Windheimstr. 4
Die Grenzen emanzipatorischer Islamkritik
Wie soll damit umgegangen werden, dass "Islamkritik" mittlerweile zum Kennzeichen und diskursiven Label verschiedener rechtspopulistischer Bewegungen und Bürgerinitiativen geworden ist? Erinnert sei an die Bewegung Pro-Köln, Pro-Deutschland, aber auch die Initiativen gegen den Moscheebau in Pankow-Heinersdorf. Linke Gruppen haben dagegen damals die Religionsfreiheit der Moscheegemeinde unterstützt, wenn auch mit Widersprüchen. Die Argumente der linken Gruppen, die gegen diese rechte "Islamkritik" intervenieren, sollen in der Veranstaltung "Warum dieser Hass - oder die Grenzen emanzipatorischer Islamkritik" noch einmal untersucht werden. Mit dem Journalisten Peter Nowak und AktivistInnen des ehemaligen Heinersdorf-Bündnisses. Veranstaltung organisiert von der Onlinezeitung Trend-Infopartisan, unterstützt von den Internationalen KommunistInnen. www.infopartisan.net/veranst05092010.html
Berlin, 5.9.10, 17 Uhr, Café Größenwahn, Kinzigstr. 9
Männerbilder in der Türkei
Die in ak 550 interviewte türkische Soziologin Pinar Selek stellt ihre Studie "Zum Mann gehätschelt, zum Mann gedrillt" über das Männerbild in der türkischen Gesellschaft und insbesondere seine Prägung durch die Armee vor. Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg in Kooperation mit dem Literaturzentrum Hamburg.
Hamburg, 6.9.10, 20 Uhr, Literaturhaus, Schwanenwik 38
Antifaschistisches Fest
In den letzten Monaten kam es in Wuppertal-Vohwinkel und Wichlinghausen vermehrt zu Nazischmierereien und Pöbeleien. Zudem tauchten massiv Aufkleber mit faschistischen und rassistischen Inhalten auf. Hinter den Aktivitäten stecken Wuppertaler Neonazis, die sich ganz unverblümt "Nationale Sozialisten Wuppertal" nennen und sich im Internet mit Hakenkreuz und Hitlergruß präsentieren. Diesen Bestrebungen wollen wir in einem breiten Bündnis gegen Rechts und "Für das Leben" entgegentreten. Auf dem Fest spricht der Resistance-Kämpfer Henny Dreifuss, es gibt einen Vortrag von Jürgen Peters, Mitherausgeber des Buchs "Autonome Nationalisten - die Modernisierung neofaschistischer Jugendkultur", für Musik sorgen u.a. Esther Bejerano und die Microphone Mafia. Es gibt zudem Kaffee und Kuchen, Infostände, eine Ausstellung. Veranstaltet vom Bündnis gegen Rechts und mehr als 15 weiteren unterstützenden Gruppen.
Wuppertal, 11.9.10, ab 15 Uhr, Lienhardplatz in W-Vohwinkel
Die Politisierung des Unmöglichen
Es ist offensichtlich, dass die Krise in den Metropolen keine Entsprechung auf der subjektiven Seite hat. Zwar ist überall ein Donnergrollen zu vernehmen. Aber ansonsten geht alles seinen Gang. Offensichtlich ist außerdem, dass ökonomistische Argumentationsfiguren nicht weit genug tragen - insbesondere dann, wenn sie auch noch eine stark nationalstaatliche Schlagseite haben. Ebenso auffällig ist, dass es auch auf theoretischer Ebene und der Ebene des politischen Aktivismus keinen Aufbruch gibt. Gerade in der Sozialforumsbewegung, aber auch bei attac und anderen Organisationen, ist eher ein Rückgang des Aktivismus festzustellen. Nirgends ein Aufbruch, nirgends ein Versprechen. Der Glaube, etwas verändern zu können, ist weitgehend abhanden gekommen. Oder? Wie ist diese Situation zu denken? Was sagen uns theoretische Ansätze, die etwas abseits vom Mainstream sind: Weltsystemtheorie (Arrighi, Wallerstein, Amin und Frank), Poststrukturalismus (Deleuze/Guattari, Foucault), Postoperaismus (Negri, Virno) sowie Postmarxismus (Zizek, Badiou, Agamben). Das BUKO-Seminar "Die Politisierung des Unmöglichen - Die Krise und ihre Horizonte" nähert sich dem Thema. Mit Referaten von Christian Frings, Moe Hierlmeier, Katja Diefenbach, Thomas Seibert. TN-Beitrag 20 Euro. Anmeldung: mail@buko.info
Nürnberg, 11.-12.9.10, Beginn 13 Uhr, genauer Ort bei Anmeldung
Gentrifidingsbums
Wenn draußen nur noch das leise Raspeln von Rollkoffern auf dem Pflaster zu hören ist, wo sich früher die Nachbarn mit der Hupe rausgeklingelt haben; wenn das Bauschild vor dem Appartement-Rohbau das Viertel als "bunt und frech" anpreist; wenn die Suche nach einem WG-Zimmer zur Castingshow wird; wenn die Ballonseidenanzug-Träger an den Stadtrand ziehen; wenn der türkische Elektrohöker einem Flagshipstore weicht und selbst nachts um halb zwei noch Leute mit aufgeklapptem Macbook in der Bar sitzen: Dann ist es allerhöchste Zeit, sich Gedanken zum Thema Gentrifizierung zu machen. Was ist eigentlich Gentrifizierung - und was kann man dagegen tun? Christoph Twickel liest aus seinem neuen Buch "Gentrifidingsbums oder Eine Stadt für alle". Darin beschreibt er die unterschiedlichen Ansätze all jener, die derzeit um die Nutzung der Städte streiten: City-Marketing und kreatives Prekariat, kommunale Stadtentwicklung und Menschen aus verschiedensten Bereichen, die "von unten" für eine Stadt für alle kämpfen. Eintritt fünf Euro.
Hamburg, 14.9.10, 20 Uhr, Buchladen Osterstr., Osterstr. 171
Die dritte Welt im zweiten Weltkrieg
Die Ausstellung "Die dritte Welt im zweiten Weltkrieg" erinnert mit Fotos, Texten, Video- und Hörstationen an die Millionen Kolonialsoldaten aus allen Kontinenten, die für die Befreiung der Welt von Naziterror, italienischem Faschismus und japanischem Großmachtwahn gekämpft haben. Das Kölner Begleitprogramm bietet Filme, Lesungen, Vorträge, Führungen, Konzerte und Theatervorführungen zu den geografischen und thematischen Kapiteln der Ausstellung (Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika im Zweiten Weltkrieg; Judenverfolgung außerhalb Europas und Kollaboration), ergänzt um Veranstaltungen zum Rassismus in den US-Streitkräften und zur Kontinuität kolonialer Begierden. Die Ausstellung wird am 15. September um 19 Uhr offiziell eröffnet. Infos unter: Infos: www.3www2.de und www.ns-dok.de
Köln, 15.9.10-16.1.2011, NS-Dokumentationszentrum, Appelhofplatz 23-25
Distomo - der Kampf um Entschädigung
Argyris Sfountouris, einer der Überlebenden des SS-Massakers im griechischen Distomo aus der aktuellen ak-Reportage "Venus über Distomo", kommt Ende September nach Hamburg. Dann zeigt das Medienpädagogik Zentrum e.V. (www.mpz-hamburg.de) in seiner Anwesenheit am 16. September um 19.30 Uhr den Film "Ein Lied für Argyris", am 30. September um 19.30 Uhr einen Dokumentarfilm zu Distomo.
Hamburg, 16. & 30.9.10, jew. 19.30 Uhr, Medienpädagogik Zentrum, Susannenstr. 14d
Gib und Nimm - Umsonstlädentreffen
Die meisten der über 50 Umsonstläden sind, auch wenn sie die "Spielregeln" für Umsonstläden im engsten Sinne noch beachten, zu Hilfsorganisationen der Warengesellschaft geworden. Schon eine systematische gegenseitige Versorgung der Aktiven von den Dingen in den Umsonstläden findet kaum statt, geschweige denn weitere warenkritische Projekte im Verbund. Auf einem bundesweiten Treffen der Umsonstläden und anderen Projekten selbstorganisierten Wirtschaftens wollen wir zusammen über Theorie und Praxis bestehender Projekte nachdenken und die Isolierung zwischen den einzelnen Umsonstläden aufbrechen. Auch diesmal sollen sich wieder alle angesprochen fühlen, die über eine Praxis nicht-kapitalistischen Wirtschaftens nachdenken oder diese ausprobieren, sei es in Umsonstläden, Selbsthilfeprojekten, Nutzungsgemeinschaften, aus der nicht-kommerziellen Landwirtschaft, interkulturellen Gärten etc. Mehr Infos unter www.umsonstladen-k108.de.vu. Anmeldung unter soz.zentrum@web.de
Bremen, 23.-26.9.10, genauer Ort und Zeiten bei Anmeldung
Reina Gilberta - Ein Kind im Ghetto von Thessaloniki
Argyris Sfountouris liest aus dem gleichnamigen Roman von Nina Nahmia. Am 25. Februar 1943 beginnt im von Deutschland besetzten Griechenland die Deportation der jüdischen Bevölkerung in die Arbeits- und Vernichtungslager. In 18 Transporten werden mehr als 45.000 Jüdinnen und Juden verschleppt. Eine von ihnen ist Edda. Ihre zweijährige Tochter Reina konnte sie rechtzeitig einem katholischen Kloster anvertrauen, wo diese als Gilberta den Krieg überlebt. Argyris Sfountouris, Überlebender des Massakers von Distomo, hat den Roman ins Deutsche übersetzt. Er wird Auszüge aus dem Roman lesen, den historischen Hintergrund erläutern sowie mit dem Publikum über die Fortwirkung der deutschen Verbrechen bis in die Gegenwart diskutieren. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Distomo, Hamburg.
Hamburg, 29.9.10, 20 Uhr, Buchhandlung im Schanzenviertel, Schulterblatt 55
